Softwareentwicklung in Indien

Im Beitrag ein paar Gründe warum Sie Programmierungen in Indien vornehmen lassen sollten und welche Möglichkeiten es speziell für Agenturen, Softwareunternehmen und KMU’s gibt.

Einführung

In den letzten Jahren ist der Bedarf an IT Dienstleistungen enorm gestiegen.

Das liegt auch daran, dass fast alle Unternehmen, ob klein oder gross erkannt haben, dass sich mit eigenen Webapplikationen, Softwareanwendungen und die Verwendung von Cloud-Lösungen, Unternehmensprozesse effizienter gestalten lassen können und bei der Steigerung der Produktivität helfen.

Zum Teil sind auch alteingesessene Unternehmen durch neue agile Digitale Unternehmen überholt worden. Gute Beispiele sind Nokia (verfehlter Start in den Bereich Smartphones und Apps), Kodak (verfehlter Start in die Sparte “hochwertige Digitalkameras”) und Windows (kein erfolgreiches Smartphone Betriebssystem).

Das heisst, auch grosse finanzstarke Unternehmen bleiben nicht von den Veränderungen der Digitalisierung verschont.

Somit stellt fast jedes Unternehmen heutzutage Softwareentwickler ein. Da diese grossen Konzerne meistens in Metropolen angesiedelt sind und eine starke Arbeitgebermarke haben, können diese die besten Hochschulabsolventen und Talente anwerben.

Kleine und mittelständische Unternehmen, kleinere und grössere Digitalagenturen und Softwareunternehmen haben dadurch oftmals das Nachsehen, da diese oftmals in der Provinz angesiedelt und eher unbekannt sind. Auch wenn es sich oftmals um erfolgreiche KMU handelt.

Daher schauen besonders diese Art von Unternehmen zunehmen nach Indien, denn dort gibt es eine grosse Softwareentwicklungsindustrie.

Programmierer vorhanden

Laut unterschiedlichen Quellen gibt es zirka 2.75 Millionen Softwareentwickler in Indien (Quelle: Evan Data Corp.). Nur die USA hat mehr Programmierer, mit 3.6 Millionen Experten.

Dies wird sich jedoch laut Evan Data Corp. in den kommen Jahren verändern. Dann wird der Subkontinent am meisten Softwareexperten stellen.

Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass Programmierer aus Indien gerne für, zum Beispiel, Schweizer Unternehmen arbeiten, seien diese klein oder gross.

Zugriff auf einen weiteren Arbeitsmarkt

Durch die Softwareentwicklung in Indien erhält man Zugang zu einem weiteren grossen Arbeitsmarkt und ist nicht durch seine geographische Lage eingeschränkt.

Bereits heute arbeiten die meisten Programmier-Teams Remote zusammen. Auch wenn man im gleichen Büro oder in unterschiedlichen Stockwerken sitzt, nutzt man bereits Online-Werkzeuge, um zu kollaborieren. Ob der Programmierer nun in Südasien sitzt macht dann keinen grossen Unterschied mehr.

Die Voraussetzungen

Es gibt jedoch einige Voraussetzungen welche man erfüllen sollte, wenn  man in Indien entwickeln lassen möchte.

Hier einige davon:

  1. Black Box vermeiden: In vielen Fällen wird ein komplettes Projekt nach Südasien abgegeben und man erwartet eine gute Lösung, welche den Anforderungen entsprechend umgesetzt wurde und einwandfrei funktioniert. Die Problematik ist jedoch meistens, dass das so meistens nicht funktioniert. In den meisten Fällen muss man das Team in Indien ständig begleiten und auch die Zwischenschritte durchgehen.
  2. Eigenen Projektleiter/ Qualitätsprüfer haben: Man sollte idealerweise einen eigenen Projektleiter haben, welcher die Programmierungen, welche aus Indien kommen, überprüft. Somit kann man das Projekt zum einen leiten und zum anderen kann man den Software-Code von Zeit zu Zeit auf die Qualität prüfen.
  3. Englischkenntnisse: Auch sollten gute Englischkenntnisse vorhanden sein. Das ist ein eher unwichtiger Punkt, denn besonders Projektleiter in KMU und Agenturen sprechen heutzutage gutes Englisch.

Best Practice Ansatz

Ein sehr erfolgreicher Ansatz ist es, seine eigenen Entwickler in Indien anzuheuern. Anbieter wie YUHIRO suchen vor Ort in Indien passende Experten, stellen diese in der Niederlassung auf dem Subkontinent ein und diese arbeiten dann exklusiv für Sie und Ihr Unternehmen.

Das hat einige Vorteile:

  1. Der Kunde und der Entwickler/ die Entwicklerin bekommen ein Gesicht: Im herkömmlichen Offshore Outsourcing, weiss niemand wirklich für wen was, von wem erstellt wird. Die Agentur weiss zum Beispiel nicht welcher Entwickler an dem Projekt arbeitet, wieviel Jahre Erfahrung dieser hat, und welche Kenntnisse dieser mitbringt. Der indische Entwickler weiss nicht für wen das Projekt programmiert wird, welchen Zweck es hat und welche Personen dahinter stehen. Diese emotionale Bindung ist jedoch wichtig, wenn man eine grossartige Passion für das Projekt entwickeln möchte. Besonders die direkte Zusammenarbeit mit dem Entwickler stellt das sicher.
  2. Weniger Missverständnisse: Die kulturellen Unterschiede sind heutzutage gar nicht mehr so hoch. Die Problematik ergibt sich eher dadurch, dass viele Personen “zwischen drin” sind. Zum Beispiel nimmt der Vertrieb und der Projektleiter auf dem Subkontinent die Anforderung auf. Dieser versucht nun die Anforderungen an den Teamleiter weiterzugeben, welcher wiederum sein Verständnis an die Junior Programmierer weitergibt. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass etwas ganz anderes beim Junior ankommt, als was von dem Kunden in Europa erwartet wurde, ganz zu Schweigen von dem was der Endnutzer wollte. Der direkte Draht zwischen dem Entwickler beim IT Dienstleister in der Schweiz und dem Programmierer in Indien stellt sicher, dass es ein Minimum an Informationsverlusten gibt.
  3. Mit der Zeit entwickelt sich ein Verständnis für die Arbeitsweise des Teams in der Schweiz: Mit der Zeit wird der Entwickler in Südasien merken, wie das Team in der Schweiz arbeitet. Was ist wichtig? (zum Beispiel Code-Kommentierungen, Coding-Standards, oder lieber schnell und zügig, dafür weniger Dokumentation, etc.) Dafür braucht es meistens ein paar Monate, bis alle Seiten wissen, wo die Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegenübers liegen.

Kostenvorteile

Natürlich kann man auch von den Kostenvorteilen profitieren, welche man durch ein Programmier-Team in Indien hat.

Das liegt jedoch eher daran, dass die Lebenshaltungskosten in Südasien noch relativ gering sind. Dadurch sind auch die Gehälter von Programmierern dort niedriger.

Auch die generellen Infrastrukturkosten fallen niedriger aus, welches sich wiederum auch auf den Stundensatz auswirkt.

Die Preise unterscheiden sich jedoch auch, je nachdem welches Zusammenarbeitsmodell man wählt.

Möchte man wirklich alles komplett auslagern, vom Projektmanagement hin zur Programmierung, dem Testing und der Übergabe, dann kann man mit Stundensätzen in Indien von 35 bis 60 US Dollar die Stunde rechnen.

“Mietet” man Entwickler an, dann erhält man meistens bessere Konditionen, welche meistens von 8 US Dollar bis 25 US Dollar pro Stunde liegen. Dabei ist man direkt mit dem Entwickler in Kontakt.

Fazit

Unternehmen aus der Schweiz suchen besonders stark im Bereich Software und Programmierer, welche diese Anwendungen entwickeln.

Wenn man ein kleiner Nischenanbieter ist, dann kann es schon mal schwer werden, mit einem grossen Industriekonzern mitzuhalten. Eine gute Ergänzung zu den lokalen Teams kann daher eine Erweiterung durch Entwickler in Indien sein.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Interessante Links:
Softwareentwicklung auf dem Subkontinent, mehr Informationen dazu
Wie Outsourcing nach Indien klappen kann

Bilder: Canva

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